Baugrunduntersuchung

Was ist eine Baugrunduntersuchung?

Die Baugrunduntersuchung dient dem Erhalt von Informationen über die geologischen und geotechnischen Bedingungen einer Fläche. Die Baugrunduntersuchung wird an einer bestimmten Stelle durchgeführt, um das gesamte geologische Profil bis zur geplanten Fundamenttiefe zu bestimmen. Während der Feldarbeiten werden Bodenproben entnommen, anhand derer später die geotechnische Beschaffenheit des Grunds ermittelt wird. Die Laboruntersuchungen erfolgen in spezialisierten Fachunternehmen wie Umweltlaboratorien und Laboren für Bodenmechanik.

Wer darf eine Baugrunduntersuchung durchführen?

Mit der Planung und Überwachung einer Baugrunduntersuchung sollten erfahrene Geologen oder Ingenieurgeologen beauftragt werden. Sie erstellen ein Konzept und begleiten die Durchführung der Felduntersuchungen. Die benötigten Daten werden mit Hilfe von Felduntersuchungen wie Bohrungen, Schürfen, Rammsondierungen, SPT, geologischen Kartierungen und hydrogeologischen Messungen gewonnen. Die bodenmechanischen Kennwerte werden in einem Bodenlabor ermittelt, alternativ können vergleichbare Literaturwerte zugrunde gelegt werden.

Die geotechnischen Kategorien einer Baugrunduntersuchung

Grundsätzlich lassen sich die Ergebnisse einer Baugrunduntersuchung in drei unterschiedliche Kategorien unterteilen. Diese sind an der DIN 4020 ausgerichtet.
  • Kategorie 1
    Diese stellt die niedrigsten geotechnischen Ansprüche: Auf einem Boden der Kategorie 1 können Gebäude auf einem ebenen sowie tragfähigem Untergrund errichtet werden, diese haben auf das Grundwasser und ihre Umgebung keinen Einfluss.
  • Kategorie 2
    Zu dieser Kategorie gehören Gebäude mit komplizierten Konstruktionen und schwierigen Baugrundverhältnissen. Hier sind besondere geotechnische Erfahrungen und Kenntnisse zwingend erforderlich.
  • Kategorie 3
    In die Kategorie 3 fallen gemäß obiger DIN-Vorschrift alle Bauvorhaben, die sich keiner der beiden anderen Kategorien zuordnen lassen.

Baugrunduntersuchung : Warum ist eine Bodenbeprobung so wichtig?

Das Ergebnis einer Baugrunduntersuchung entscheidet darüber, ob ein Bauvorhaben realisiert werden kann. Erweisen sich die Verhältnisse des Untergrunds als günstig, muss der Fachplaner entsprechende Gründungsmaßnahmen berücksichtigen. Mittels einer Baugrunduntersuchung lassen sich etwaige Risiken in Form von Rissen, Absackungen und Setzungserscheinungen am zukünftigen Bauwerk feststellen. Gewonnen im Feld, liefern die im Labor analysierten Proben sehr wichtige bodenmechanische und umweltrelevante geotechnische Parameter. Dabei handelt es sich um Daten zu Schichtenaufbau, Lagerungsdichte, Grundwasserverhältnisse, geotechnische Bodenkennwerte. Kurzum: Informationen, die bedeutend für die spätere Entwurfs- und Detailplanung sind.

Was sind die Ziele einer Baugrunduntersuchung?

Das Hauptziel der Baugrunduntersuchung ist eine Ermittlung des Schichtenaufbaus, ferner geht es darum, eventuell kontaminierte Flächen zu definieren, damit die Arbeit an dem geplanten Bauwerk reibungslos erfolgen kann. Wichtig ist auch, mögliche Grundwasserschwankungen auf dem zu untersuchenden Gebiet zu bestimmen. Eine Beurteilung darüber, ob sich das Baugrundstück auf einer Hochwassergefahrenfläche befindet oder in einem Überschwemmungsgebiet, ist ebenfalls unerlässlich. Bei der Untersuchung werden die geologischen Schichten in Homogenbereiche untergliedert und die dazugehörigen Bodenkennwerte festgelegt. Zu den wichtigsten Bodenkennwerten zählen: die Wichte, Scherparameter (Winkel der inneren Reibung und Kohäsion) sowie das Steifemodul und der Durchlässigkeitsbeiwert Kf. Die gewonnenen geotechnischen Parameter werden für die Bemessung der Gründung verwendet, so lassen sich Art und Form des Fundaments beziehungsweise der Bodenplatte bestimmen. Kommt die Baugrunduntersuchung zu einem günstigen Ergebnis, sind später flache Gründungen möglich, also Einzel- oder Streifenfundamente oder eine Bodenplatte. Wurden dagegen ungünstigere Bodenkennwerte für den untersuchten Baugrund ermittelt, dann kommen nur Tiefgründungen in Frage wie Bohr- und Rammpfähle, duktile Pfähle oder Bodenverbesserungen mit Kiessohlen.

Sie bauen ein Haus ohne Baugrundrisiko dank umfangreicher Baugrunduntersuchung

Für eine detaillierte Planung und einen guten Überblick über Baukosten und Bauzeit, werden zuverlässige Baugrundergebnisse benötigt. Eine rechtzeitig geplante und professionell ausgeführte Baugrunduntersuchung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Planungsphase. Als festes Element sollte eine Baugrunduntersuchung außerdem die Ermittlung der unterirdischen Infrastruktur wie Strom-, Gasleitungen, Kanalisation und Wasserleitungen beinhalten.

Die Ausführung einer Baugrunduntersuchung

Die Baugrunduntersuchung besteht aus mehreren Phasen:
  • Ermittlung der Archivdaten des geplanten Bauvorhabens
  • Einholen von aktuellen Grundwasserdaten über die zur Verfügung stehenden Grundwassermessstellen in dem zu untersuchenden Gebiet
  • Felduntersuchungen wie Bohrarbeiten, Rammsondierungen, Beprobung von Bodenproben und geologische Kartierung
  • Laborarbeit an Boden- bzw. Felsproben
  • Analysieren und Begutachten der Ergebnisse
  • Aussprechen von Gründungsvorschlägen
  • Empfehlungen für den Baugrubenaushub bzw. Rückverfüllung
  • Erstellung von Übersichten und detaillierten Karten, Bodenprofilen und geologischen Schnitten

Vorbereitende Arbeiten einer Baugrunduntersuchung

Das Einholen von Archiv- und Literaturdaten sowie Karten zum Baugrundstück fällt in die erste Phase einer Baugrunduntersuchung. Während dieser Phase sollten alle verfügbaren Planungsunterlagen eingeholt und evaluiert werden. Wichtige Planungsangaben und Planungsparameter wie Gründungstiefe, Bauwerkslasten sowie das Vorhandensein von Kellergeschossen und Tiefgaragen müssen in die Planung der Baugrunduntersuchung einfließen und entsprechend berücksichtigt werden.

Baugrunduntersuchung: Vorläufige Standorterkundung?

Vorläufige Standorterkundungen werden für kleine Projekte, leichte Bauwerke, Autobahnen, Flugplätze usw. durchgeführt. Das Ziel der vorläufigen Erkundung ist es, mit geringen Kosten ein ungefähres Bild der Untergrundbedingungen zu erhalten. Man spricht auch von einer allgemeinen Standorterkundung.
Mit den aus Erkundungsbohrungen und Schurfe entnommenen Bodenproben werden Labortests wie Feuchtigkeitsgehaltstest, Dichte, einaxiale Druckfestigkeit durchgeführt. Feldtests wie Rammsondierungen, CPT-Tests, geophysikalische Methoden erfolgen, um die Schichtenfolgen und Lagerungsdichte zu ermitteln.
Die mittels dieser vorläufigen Baugrunduntersuchung gesammelten Daten sollten ausreichen, um leichte Bauwerke zu entwerfen und anschließend zu bauen. Im Folgenden sind einige der allgemeinen Informationen aufgeführt, die durch die Erkundung des Primärstandorts gewonnen werden können.
  • Kennwerte der Druckfestigkeit des Bodens
  • Lage des Grundwasserspiegels
  • Tiefe und Ausdehnung der Bodenschichten
  • Bodenzusammensetzung
  • Tiefe der Tragwerkschichten
  • Technische Eigenschaften des Bodens

Baugrunduntersuchung: Ausführliche Standorterkundung?

In dieser Phase werden zahlreiche Feldversuche wie In-situ-Flügelscherversuch, Plattendruckversuch usw. durchgeführt, außerdem Laborversuche wie Durchlässigkeitsversuche und Druckfestigkeitsversuche an nicht gestörten Bodenproben, um genaue Werte zu den Bodeneigenschaften zu erhalten.

Baugrunduntersuchung : Erstellung eines Baugrunderkundungsberichts

Nach der Durchführung vorläufiger oder detaillierter Standorterkundungsmethoden sollte ein Bericht erstellt werden. Ein Erkundungsbericht verfügt im Allgemeinen über folgende Abschnitte:
  • Einführung
  • Geltungsbereich der Baugrunduntersuchung
  • Beschreibung des vorgeschlagenen Bauwerks, Zweck der Baugrunduntersuchung
  • Standorterkundungsdetails
  • Einzelheiten zur Standorterkundung wie Anzahl, Lage und Tiefe der Bohrlöcher, Details zur Probenahme usw
  • In der Baugrunduntersuchung durchgeführte Verfahren und deren Ergebnisse
  • durchgeführte Labortests und deren Ergebnisse
  • Angaben zu Höhe und Lage des Grundwasserspiegels
  • gegebenenfalls empfohlene Verbesserungsmethoden
  • empfohlene Fundamentarten, konstruktive Details etc.
  • Übersichtspläne, Karten, Bodenprofile, Geologische Schnitten, Laborergebnisse und Diagramme
  • ein Fazit

Was kostet eine Baugrunduntersuchung?

Die Kosten für eine Baugrunduntersuchung können variieren, je nach Größe der Fläche, Vorhandensein von Kellern oder Tiefgaragen. Ein entscheidender Faktor ist das Grundwasser, das im Übrigen zu erheblichen Mehrkosten bei der Baugrunderkundung führen kann. An den Kosten einer vollständigen Baugrunduntersuchung zu sparen, ist den Bauherren allerdings keinesfalls zu empfehlen. Das treibt nur die Baukosten in die Höhe und führt zu Verzögerungen. Eine pauschale Angabe der Kosten einer Baugrunduntersuchung ist schwierig, da viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Meist belaufen sich die Kosten aber auf ca. 0,1 bis 0,3% der Gesamtbaukosten.
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  • Baugrunduntersuchung : Warum eine Bodenbeprobung so wichtig ist?
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